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HEIMKEHR

 

Seh des Augs verhaltnen Atem

zurückgewürgt in grame Brust

Nicht Ohr nicht Hand berührt

Ein Gegenblick stürzt ab

zerschellt zu deinen Füßen

Welch rasend Axt zerreißt

 

Haupt Brust und Leib


Brust und Leib

 

Gedärm entquillt Gewürm

 

 

Eis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brust und Leib

 

ein Schrei versinkt in

 

 

 

 

 

 

zerreißt

 

 

NEREIDEN

 

Warum nicht fahrt ihr hinaus?

Ängstigen euch die grollenden Hunde des Meeres,

die zahnlos fordern und fassen?

Am Festland das steinerne Haus,

verriegelt die Läden und eichenen Türen,

wird eure Seele verstümmeln zwischen ARD ZDF

Am strahlenden Strand Lügen flickend,

während

LOCKHEED

zerstört euer Wesen und

GENERAL MOTORS

Ein Krebsgeschwür wuchert im reinen Fleisch, seit Äonen

bohren triumphierend sich Maden, und Egel

saugen den Kuß von den Lippen.

Seit Äonen knüpft der Reichtum gepeitschte Körper

in seinen Kranz, Körper die in Wüsten dursten,

nimmt in grausigen Meeren sein lustvolles Bad.

Ist noch Vertrauen im sterbenden Lachen der Völker?

Vertrauen in die Reinheit des Flügels,

in des Auges Stolz, Stärke und Traum?

O, wenn Nacht und Moder umschlingen

das lechzende Ich und die Freiheit der Menschen,

werft ins Azur euer blendendes Sein,

das lebt im Schaum der anderen Welt;

hinter den Hunden in Meerestiefen

wartet der Nereiden Schoß,

deren Liebe strahlt ohne Tod!

 

 

 

 

HOFFNUNG

(für M.)

 

Die weiße Lilie leuchtet im Angesicht

umkränzt das Haupt von trauernden Sternen

Trost bleibt des Hundes wachsame Schwärze

die warm sich schmiegt ins Suchen der Hand

 

1ptrans.gif (44 Byte)Still fließt das Kreuz durch Pappelduft

1ptrans.gif (44 Byte)Schildkröten dauern im Wispern aus Schilf

1ptrans.gif (44 Byte)lautlosen Auges webt der Greif

1ptrans.gif (44 Byte)vier Ölbaumzweige ins Seidengewand

 

Schattiges Grün verströmen die Freunde

Ihre Arme Eisen und Seil in der Nordwand des Herzens

die aufstand hungernd nach Sonne

zwischen mondhellen Himmeln und erdiger Brust

 

1ptrans.gif (44 Byte)Stunden laufen durchs Paradies nach Mandeln

1ptrans.gif (44 Byte)Orangen und Quitten gebückt dem hellen Läuten

1ptrans.gif (44 Byte)vom Ziegenhals dem Warnruf der Gänse

1ptrans.gif (44 Byte)alle kosen den Schweiß von den Lippen den Durst

 

Leis unterm Stalldach des Sommers treibt

der Wind um die blutende Wunde

kühl lehnt der Abend sich an die Stirn

die glüht von vergangenen Feuern

 

1ptrans.gif (44 Byte)Die Segel gerafft mit verhaltenem Atem 

1ptrans.gif (44 Byte)geworfen das Netz in die Tiefen des Ich

1ptrans.gif (44 Byte)und des Du suchend nach Perlen schillernden Fischen

1ptrans.gif (44 Byte)nach all den versunkenen Schätzen

 

Tränen durchbrennen die Nacht Same

von Nymphen gelegt in den bebenden Schoß

quillt und entfaltet sich taubesät

in den reinen unsterblichen Morgen

 

1ptrans.gif (44 Byte)Visionen verjüngen den Tag glitzern Worte

1ptrans.gif (44 Byte)bald klagend bald jauchzend ins wartende Hirn

1ptrans.gif (44 Byte)immer bereit immer bereit zu schleudern das Lied

1ptrans.gif (44 Byte)davidsterngleich in der Seelen Verzweiflung

 

Reich tragen die Ähren und schwer

an der Frucht dieses Sommers harren die Schnitter

mit schmerzenden Sicheln die Flügel azur

(Unendlich nährt uns die ewige Mutter)

 

 

 

 

I

 

HYDRA

 

Traurig und veilchenhaft singen die Augen,

zwischen Asphalt und dem lallenden Meer,

sirenengleich

fangen sie ein das zerstörte Gehirn,

die verstümmelte Seele.

Warum nicht labt uns die ew'ge Begierde?

Nicht der Gedanke ist's der zerfrißt,

zerfressen war und von Aussatz bedeckt

der Lilie strahlendes Weiß.

Warum dieser Staub zwischen Du und Du?

O, wär nur Quell aus Bergestiefen das Blut

und spränge hinab wie Kristall

in zitternde Becken, ein Harfenklang!

O, wär nur Licht dunkles Sehnen,

das Nächte durchwacht,

nackt im sandpeitschenden Sturm!

O, gießt Lava aus über patriarchalisches Sein,

daß lauter wird Lust und Lachen

quillt durchs unruhige Herz!

 

O, mach

1ptrans.gif (44 Byte)mach

mache sie rein!

 

 

 

II

 

IKARUS

 

nicht fand im Leben sich wonach wir suchten,

zu hoch hinaus warfen wir Haken und Netz.

Dorthin wo andere Wahrheiten, Träume

die Welten beherrschen; leis tönt das Glöckchen.

Fischer, Köder, Beute zugleich,

schlugen wir tief in den Rachen pulsierenden Stahl,

1ptrans.gif (44 Byte)zogen heraus leere Dosen, Treibholz und Tang.

 

 

III

 

SAPPHO

 

Komm über mich,

1ptrans.gif (44 Byte)daß ich dich seh,

1ptrans.gif (44 Byte)daß ich deine Augen seh,

1ptrans.gif (44 Byte)klar und tief!